Die Grüne Soße

Der Autor des Romans über die Grüne Soße, Horst Nopens berichtet, anlässlich einer Lesung aus seinem Roman, wie folgt über das Frankfurter Nationalgericht, das in Oberrad seine Wurzeln geschlagen hat und zwar die aller sieben Kräuter:

Wenn Sie ins Theater oder in die Oper gehen, bekommen Sie sehr häufig ein Programmheft in die Hand gedrückt.
Ich habe keines für Sie. Dafür aber brauchen Sie sich nicht der Anstrengung zu unterwerfen, um ein solches zu lesen, sondern ich nehme Ihnen die Arbeit ab und lese für Sie in Kurzfassung über…

Die Frankfurter Grüne Soße.

 

Auch wenn es weit entfernt von der Original Frankfurter Grünen Soße war, so hatte es doch bereits vor mehr als 2000 Jahren Ansätze gegeben, die in Richtung Grüne Soße gezielt hatten.
Man könnte bei dem Homo Erectus anfangen, der, Sauerampfer kauend, sonst recht ziellos, durch Wald und Flur gewandert ist.
Mein Anfang der grünen Soße ist das Römische Reich und die christliche Zeitrechnung.
Die Legionäre Roms hatten, als Geschenk von ihren kriegerischen Nahostreisen, ihren Hausfrauen würzige Kräuter als Angebinde mitgebracht.
Diese und heimische Kräuter wurden für die Zubereitung schmackhafter Speisen verwendet. Oft jedoch nicht aus Gründen des Genießens, sondern der Not gehorchend, also aus Ermangelung besserer Nahrungsmittel.
Hungernde Bevölkerungsteile hatte es schon immer gegeben!
Eine Beschreibung über Gewürzkräuter, ihre Verwendung für die Speisenzubereitung, ihre innewohnenden Heilkräfte für den Menschen und über Anbauweise, existierte in Form einer Schriftrolle.
Die Schriftrolle wurde bei Bauarbeiten gefunden. Da die Texte griechisch geschrieben waren, kam die Schriftrolle, Jahrhunderte später, in die Hände eines Mönches.
Der Mönch übertrug den Text ins Lateinische:
Es war im Mittelalter, als Rom von Kaiserlichen und anderen Horden angegriffen wurde. Die Schriftrolle, einschließlich des lateinischen Textes, verpackte der Mönch seefest und übergab das Paket dem Tiber.
Die Schriftrolle wurde gefunden und kam über wunderbare Weise in die Hände einer Frau in der Toskana. Diese war eine Kundige in der Anwendung von Heilpflanzen und folglich vortrefflich geeignet, nicht nur das Paket zu erhalten, sondern auch eine damit verbundene Verpflichtung einzugehen, den Anbau von Kräutern und deren Verwendung in den häuslichen Küchen bekanntzumachen und voranzutreiben.

Fortan gab es in Italien ein Gericht das hieß: Salsa Verde.

Es war der Beginn des 17. Jahrhunderts, als die kundige Frau aus zwingenden Gründen Italien verlassen musste und in Frankreich, in der Nähe von Paris, sesshaft wurde, Sie besaß die finanziellen Voraussetzungen und konnte der einmal eingegangenen Verpflichtung nachkommen.

Aus Salsa Verde wurde in Frankreich Sauce Verte.

Im Laufe der Jahre wurde die Heldin dieses Romans der Aufenthalt in Frankreich zu gefährlich. Sie war Hugenottin geworden und als solche flüchtete sie, weil ihr Leben in unmittelbarer Gefahr war, aus Frankreich nach Deutschland.

In dem Dorf Oberrad, in der Nähe von Frankfurt, fand sie 1649 eine neue Bleibe. - Jahre später starb sie dort, hochbetagt.

Wiederum hatte sie die Möglichkeit, ihre vor Jahrzehnten begonnene Aufgabe, weiter zu betreiben. Möglich war es, weil sie sich mit Menschen umgeben hatte, die tatkräftig die Aufgabe übernommen hatten und mit Erfolg vorantrieben.
Es war der Anlass und auch aus anderen Gründen die Folge, dass das Dorf Oberrad sich von bescheidener Landwirtschaft und Viehhaltung, zum Gärtnerdorf für Frankfurt wandelte.
Oberrad wurde der Lieferant von Gemüse und Kräutern für Frankfurt und Oberrad wurde die Heimat der…

Original Frankfurter Grie Soß.

Eigentlich sollten die Betrachtungen, über die Herkunft der Frankfurter Grünen Soße, jetzt beendet sein. Sind sie auch. Allerdings sollte über die Grie Soß folgendes gesagt werden:

Zum Beispiel wissen Sie auch, dass Frau Aja, die Mutter unseres Wolfgang, nicht die Erfinderin der Grünen Soße ist, sondern dass es nicht möglich sei, einen Erfinder genau zu benennen, denn es gibt keinen!

Es gibt viele Rezeptbücher über die Herstellung der Grie Soß,
die sich gleichen,
die unterschiedlich sind,
die vor vielen Jahren oder neuerer Zeit verfasst worden sind.

…doch nirgendwo ist zu lesen, dass die oder die Person, dann und dann, die Grie Soß erfunden hat!

Gott sei Dank, dass es sie gibt,
dass sie zum Frankfurter Nationalgericht geworden ist
und dass das Gärtnerdorf Oberrad
der weltweit anerkannte Lieferant der Grünen Soße ist.

Natürlich wäre es überheblich von Einmaligkeit zu sprechen. In Variationen gibt es verschiedene Gegenden in Deutschland, wo das Gericht Grüne Soße bekannt ist. So sei an dieser Stelle die Kasselaner Gegend genannt. Bemerkenswert ist, dass die Gegenden einst auch zur Heimat von Hugenotten wurden.
Horst Nopens